24.7.2018 – Ein Notfall kann jeden Freiberufler oder gewerblich Selbstständigen treffen. Im Fall der Fälle ist dann nicht nur seine Gesundheit, sondern auch seine wirtschaftliche Existenz gefährdet. Wird auch noch ein gerichtlich bestellter Betreuer eingesetzt, geht schnell die unternehmerische Selbstbestimmung und Steuerung verloren. Wie hier vorgesorgt werden kann, schreibt die Expertin Margit Winkler vom Institut GenerationenBeratung (IGB) in ihrem Gastbeitrag.

 

 

Margit Winkler (Bild: Winkler)Margit Winkler (Bild: Winkler)

Freiberufler, Einzelunternehmer und GmbHs sind sehr interessante Kunden für die Finanzbranche. Meist können hier sowohl Kreditvergaben, Versicherungen und Geldanlage inklusive Altersvorsorge platziert werden. Zudem bietet diese Klientel Zugang zu ihren eigenen Mitarbeitern.

 

Risiko: Ausfall des Unternehmers

 

Vollkommen unterversorgt sind die Freiberufler, Ärzte, Psychotherapeuten, Taxifahrer, Handwerker, Gastwirte, weitere Dienstleister und Familienbetriebe mit der eigenen Vertretung, falls ein Unfall passiert. Doch der Ausfall des Unternehmers ist eines der Hauptrisiken, die typischerweise mit Krankentagegeldern, Berufsunfähigkeits-Versicherung, Unfallversicherung und Risikolebens-Versicherung kalkulierbar gemacht werden.

 

Aber reicht das wirklich? Um das Unternehmen weiterzuführen, muss eine Vertretung möglich werden. Nur dann ist gewährleistet, dass die Beiträge zu Versicherungen und die Raten für Kredite gezahlt werden können.

 

Stillstand im Unternehmen

 

Krankheit, Unfall, Koma können jeden treffen. Verantwortung für das eigene Unternehmen zu tragen, heißt auch, sich für solche Notsituationen zu wappnen. Dies betrifft jeden, der ein Unternehmen führt, und aus Verantwortung ist Handeln angesagt.

 

Anderenfalls können nicht einmal an sich selbstverständliche Dinge wie Überweisungen, Warenbestellungen ausgeführt oder Angebote abgegeben werden. Stattdessen wird für das Geschäft ein gerichtlich bestellter Betreuer eingesetzt. Von jetzt an entscheidet das Gericht, was gut für die Firma ist und was nicht.

 

Kein Automatismus

 

Viele Geschäftsinhaber denken, dass sie im Notfall automatisch von ihrem Ehegatten vertreten werden. Das ist aber nicht der Fall. Wurde keine Vollmacht erteilt, muss durch das Gericht der Betreuer bestellt werden. Das dauert und kann dazu führen, dass ein völlig Fremder plötzlich im Unternehmen das Sagen hat.

 

Gerade für Handwerker, Ärzte, Apotheker, Unternehmensberater, Taxisfahrer, kurzum für Einzelunternehmer und Freiberufler besteht daher Handlungsbedarf. Sie müssen sich rechtzeitig um eine Unternehmervollmacht kümmern, diese erstellen und sicher verwahren.

 

Von konkreten Anweisungen bis zur Untervollmacht

 

Mit einer Unternehmervollmacht kann der Inhaber einzelnen Personen sowohl weitere Entscheidungsspielräume einräumen, als auch konkrete Anweisungen erteilen. Die Vollmacht kann zudem so ausgestaltet sein, dass die bevollmächtige Person bei wichtigen Entscheidungen, wie der Einstellung leitender Mitarbeiter oder dem Abschluss wesentlicher Verträge, einen Berater konsultieren muss.

 

Außerdem ist es möglich, die Entscheidungs-Kompetenzen auf verschiedene Personen aufzuteilen, die Experten in diesem Bereich sind.